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FOCUS-Fachtagung zum Thema Change Management

Projektmanagement . Design Thinking . Finanzierung . Vermittlung . Digitale Medien

Vom 25. bis 27. April 2018 treffen sich im Paulikloster in Brandenburg an der Havel wieder zahlreiche Akteure aus der Museums- und Ausstellungsszene zur Museumsfachveranstaltung FOCUS, die sich in diesem Jahr dem Thema „Change Management“ widmet.

Unsere Welt verändert sich rasant. Dabei spielt nicht nur die voranschreitende Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Museen und Kultureinrichtungen sind in vielen Bereichen von Veränderungsprozessen betroffen: strategisches Management, Experimente mit Vermittlungsformaten oder das Erschließen alternativer Finanzierungsquellen sind nur einige neue Wege. Museen als Spiegel der Gesellschaft müssen auf Veränderungen vorbereitet sein, damit sie ihre Kernaufgaben auch in Zukunft erfüllen können. Dennoch ruft diese Entwicklung Unbehagen und Unsicherheit hervor. Wie kann man Veränderung also planen und sie gezielt managen? Wie können Museen lernen, sich auf den Wandel vorzubereiten und welche Fähigkeiten müssen sie dafür heute schon entwickeln? Mit diesen Kernfragen startet FOCUS in die nächste Runde und bietet viel Raum für Diskussion und Lösungsfindung für alle Museums- und Ausstellungsmacher.

Begleitend zur Fachtagung gibt es einen Ausstellerbereich mit Fachunternehmen, die ihre neuesten Entwicklungen und Projekte vorstellen. Damit bietet FOCUS wieder ein lebendiges Forum, um museumsrelevante Themen aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren.

#FOCUSMuseum18 www.focus-museum.de

Ausstellungen zwischen Technik und Inszenierung – Programm zur Fachtagung

Am 6. April 2016 ist es wieder sowie. Die Museumsfachveranstaltung FOCUS öffnet im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg im Paulikloster wieder seine Tore.

An drei Tagen treffen sich wieder zahlreiche Akteure aus der Museums- und Ausstellungsszene. In diesem Jahr widmet sich die Veranstaltung den Themen Ausstellungstechnik und Ausstellungsinszenierung. 2016 beleuchtet FOCUS die Herausforderungen, vor denen Museen bei der Entwicklung und Umsetzung von Ausstellungsprojekten immer wieder stehen: Zum einen muss der Erhalt der Exponate gesichert sein und zum anderen ein ansprechendes Gestaltungs- und Inszenierungskonzept entwickelt werden. Von der Exponatmontage in Vitrinen, mobilen Wandsystemen oder Lichtwirkung in Räumen bis hin zu Inszenierungskonzepten und Strategien für effektives Projektmanagement beleuchtet FOCUS das Thema auf vielseitige Weise. Auch 2016 haben kleine und große Museen, Institutionen und Unternehmen die Möglichkeit, innovative Produkte oder Projekte sowie neue Materialien und zukunftsweisende technische Entwicklungen vorzustellen. Das hochkarätige Vortragsprogramm wird ergänzt durch eine Fachmesse im historischen Kirchenschiff, sowie spannende Workshops und Messerundgänge.

Auszug aus dem Programm:

 

Mittwoch, 06. April 2016
Warum so und nicht anders?
Versuch einer „entwurfsphilosophischen Reflektion“
ZEISS Museum der Optik und Gedenkort KZ-Aussenlager Hersbruck
Ulrich Schwarz, Bertron Schwarz Frey, Berlin

Digitale Strategien für das Humboldt Forum: Orientieren, Begleiten, Verbinden
Nathalie Keurmeur, Stabsstelle Humboldt Forum – HUF
Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, Berlin

Scheinbar virtuell – Szenografische Bauten in Wittenberg
Bernhard Wedow, hertzer GmbH, Berlin

Normales Glas war gestern
Ulrich Huber, Schott AG, Mainz

Der Multitouch-Tisch als Ausstellungshighlight – Technische Umsetzung und Programmierung
Christoph Köppler, Heddier, Coesfeld

Anwenderorientiertes Ausstellungswandsystem – nachhaltige Technik trifft flexible Ästhetik
Jan Voß, VOMO, Laer

Donnerstag, 7. April 2016
Immersion, Narration und Interaktion als Inszenierungstechniken in Ausstellungen
Charlotte Tamschick, Tamschick Media+Space Gmbh, Berlin

Was zeigen wir denn da jetzt eigentlich? – Inszenierte Technikgeschichte bei schwieriger Exponatlage am Beispiel von „Am Anfang war Ada – Frauen in der Computergeschichte
Michael Feser, Archimedes Exhibitions, Berlin

Neugieriges Forschen und Entdecken – neue Wege der Wissensvermittlung im Museum
Holger Seifert, Technische Sammlungen, Dresden

Die Heldenreise des Museumsbesuchers – Storytelling als Vermittlungsinstrument
Caroline Kaiser, expo2508 Ausstellungskonzeption und –gestaltung, Bonn

Flexible Exponatpräsentation am Beispiel einer Großvitrine im Museum für Populärmusik in Trondheim, Norwegen – eine Projektdokumentation
Martin Müller, Molitor GmbH, Berlin

Workshops:

MEXS – Das modulare Präsentationssystem
Umbauen, erweitern, verändern – unkompliziert und kosteneffizient
Philip Jacobs und Rico Schalück, museumstechnik berlin, Berlin

Aufmerksam Für Das Gewöhnliche – Eine Ausstellung über einen Weg
Sven Klomp, Szenograf, Hamburg

Be Agile. Museale Räume im Kontext der Digitalisierung
Sabine Jank, szenum, Berlin

Freitag, 8. April 2016
Oroundo: Neue Kommunikationstechnologien für Kunst, Kultur und Tourismus anhand von Praxisbeispielen
Patrick Tomelitsch, Oroundo, Wien

Ruhestörung im Museum
Alexander Fleischmann, KOCMOC.NET GmbH, Leipzig

Abschlussdiskussion
Moderation: Prof. Dr. Gerhard Kilger, Szenograf, Wilhelmsfeld

Weitere Vorträge werden in Kürze bekannt gegeben.

Aussteller

Anamnesia GmbH
Archimedes Exhibitions GmbH
East West Packaging B.V.
Garamantis GmbH
heddier electronic GmbH
m.o.l.i.t.o.r. GmbH – art in motion
museumstechnik berlin
Oroundo mobile GmbH
Roblon A/S
Schott AG
VOMO Leichtbautechnik GmbH & Co. KG
VST Vertriebsgesellschaft für Video-System- und Kommunikationstechnik mbH

Weitere Infos: http://www.landesmuseum-brandenburg.de/de/veranstaltungen/focus/

Meinung: FAZ-Veranstaltung verfehlt Digitalisierung

Das zur FAZ gehörende Frankfurter Allgemeine Forum lud am 26. November 2015 wieder zur Kunstkonferenz nach Berlin. Das diesjährige Thema lockte auch mich, denn es ging um Digitalisierung – Kunst, Museen und Markt mit dem vielversprechenden Untertitel: Bleibt alles anders? Ein Lagebericht.

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Nicht nur der Titel der Konferenz ist vielversprechend, sondern auch der Preis. Eine Tagungsgebühr von 750 Euro (!) ist nicht jedermanns Sache. Zum Glück dürfen Kultureinrichtungen zum ermäßigten Preis von 150 Euro dabei sein. Und so überrascht mich der Altersdurchschnitt von 50plus nicht. Der Vortragssaal im schönen Café Moskau ist voll. Die Herren sind in der Überzahl. Sie tragen pflichtbewusst Krawatte.

Es gibt kein Wlan. Aufreger Nummer eins.

Kein Wlan auf einer Fachtagung, die Digitalisierung diskutiert? Damit hätte ich nicht gerechnet. Nach kurzer Zeit ist das mobile Internet meines Handys verbraucht, während ich versuche, die ersten Tweets und Twitterer zur Veranstaltung zu finden.

Es gibt keinen offiziellen Hashtag und auch keine nützlichen Reaktionen der Veranstalter @FAZ_forum, die über Retweets hinaus reichen. Aufreger Nummer zwei.

Ich spüle in der Pause meinen Frust mit Kaffee hinunter und treffe die ersten (jungen) bekannten Gesichter. Zwei Vorträge liegen hinter mir und mich lässt das ungute Gefühl nicht los, auf einer Zeitreise in die Vergangenheit zu sein.

Vor mehr als drei Jahren habe ich an meiner alten Hochschule eine Tagung zum Thema „Social Media im Museum“ organisiert. Damals erklärten wir „Jungen“ den „Alten“ Facebook und Co. Wir sprachen über Wohl und Übel, Chancen und Risiken. Es war schon damals unangenehm, digitale Medien mit zwei Kategorien beschreiben zu wollen. Aber es war die einzige Möglichkeit, die vielen Skeptiker aus den Museen mit an Board zu holen und zum Diskutieren zu bringen. Auf Augenhöhe schafften wir es kaum. Twitter im Museum? Das kann doch der Praktikant.

Ich dachte tatsächlich, in den Führungsriegen der Kulturinstitutionen wären diese Zeiten längst überwunden. Nun zweifle ich.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu denen auch die Staatlichen Museen zu Berlin gehören, zählt zu den ersten Referenten. Er trägt brav vor, wo seine Institutionen digitale Medien benutzen. Vorzeigeprojekte wie 3D-Scanner und digitale Archive sind besonders beliebt. Er spricht nicht darüber, dass die Staatlichen Museen aufgrund von Personalmangel ihren Twitter-Account stillgelegt haben. Nur am Rande erwähnt Parzinger, dass sich die Aufgaben eines Museums verändern: Die Aufgaben wachsen, aber nicht die Budgets. Jetzt wird es spannend. Heißt das für alle mehr Arbeit, weil es jetzt digitale Medien gibt? Oder heißt das einfach nur, dass Aufgaben neu definiert werden müssen? Dem Publikum bleibt keine Zeit, Fragen zu stellen.

Der Begriff Digitalisierung bleibt vage, eine hohle Phrase. Digitalisierung – als digitale Erfassung vom materiellen Objekten – vermischt sich mit webbasierten Anwendungen und digitaler Kommunikation.

Die Künstlerin Lynn Hershman Leeson zeigt ihre digitale Kunst und welche Probleme sie hat, diese für die Zukunft zu speichern. Wendy Woon vom MoMa stellt die ausgezeichnete Education-Arbeit ihres Museums vor. Wen hätte es überrascht – sie bieten dank ihres großzügigen Sponsors Volkswagen auch hochwertige Online-Kurse an. Danach darf Laurent Gaveau von Google ran und erzählt, wie toll doch das Google Art Institute ist. Eine schöne, unkritische Leistungsschau. Es bleibt oberflächlich, selbstdarstellerisch. Da wo die interessanten Fragen auftauchen, fehlen die klugen Antworten. Als Googles Kunstengagement kritisch hinterfragt wird, ist Laurent Gaveau schon längst wieder weg.

Danach darf sich ein Mitarbeiter einer großen Versicherungsgesellschaft mit einem Vortrag zu Wort melden. Er beginnt mit der Frage, ob wir in Zukunft überhaupt noch Kunstversicherungen brauchen. Ist das eine rhetorische Frage? Ich fühle mich fremd. Als existiere tatsächlich eine digitale Welt, die langsam unsere gute, alte, analoge zersetze.  DAS Internet als Buhmann. Ein Schritt vor, zwei zurück. Der tröstende Kommentar von Inka Drögemüller vom Staedel Museum in der anschließenden Panel-Diskussion konnte dann auch nichts mehr retten. „Alles was wir digital machen, haben wir im analogen Museum gelernt.“

Und so überrascht es nicht, dass Ivo Wessel während des gesamten Nachmittags als Exot gehandelt wird, weil er als Programmierer lieber Papierbücher als einen Ebook-Reader in den Händen hält. Verrückt.

Als Höhepunkt der Tagung holen die Veranstalter Martin Roth auf die Bühne, den Leiter des Victoria and Albert Museum in London. Der vielbeschäftigte Museumschef erwähnt etwas gelangweilt im Nebensatz, dass doch mit dieser Polarisierung endlich Schluss sein müsse. Er leitet eines der erfolgreichsten Museen der Welt. Klar, dass das für ihn ein alter Hut ist. In London fragt niemand mehr, ob digitale Medien nun gut oder schlecht sein.

Warum brauchen deutsche Köpfe dazu nur solange? Warum reden wir nicht endlich über fehlende Qualität, mangelnde Kommunikation, unzeitgemäße Stellenprofile, schlechte Vergütungen oder hierarchische Strukturen in Museen?

Diese Veranstaltung macht eine traurige Entwicklung sichtbar: Es gibt Menschen, die haben neue Medien in den vergangenen 15 Jahren einfach ausprobiert. Sie wissen bis heute, was ihnen gefällt und was nicht, was sinnvoll ist und was Zeitverschwendung. Sie nutzen das, was für sie Relevanz besitzt und sie sind in der Lage, aktuelle Entwicklungen zu beobachten und zu bewerten. Und dann gibt es die anderen. Diejenigen, die 15 Jahre lang einfach nur zugeschaut haben. Diejenigen, die ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen belächeln und immer wieder betonen, dass sie für „solche“ Dinge wie Social Media ja selbst gar keine Zeit hätten. Für diese Menschen brachte die FAZ-Veranstaltung sicherlich noch Neues zutage. Für all die anderen wie mich bleibt die Frage, wie unsere Museumsarbeit ihr Potential entwickeln soll, wenn die Entscheiderinnen und Entscheider insgeheim noch immer die Hoffnung hegen, das Internet würde bald wieder abgeschafft werden? Die Schonfrist ist vorrüber, die Medienschelte vorbei.

Bleibt also alles anders? Es bleibt wie es ist. Es gibt keine dichotome Welt, die sich in analog und digital spalten lässt. So einfach ist es nicht. Wir müssen über Medien reden und darüber, wie wir sie clever, effektiv und wirkungsvoll einsetzen können.

Am Telefon sagt man nix – Eine Intervention zum Thema Überwachung

Die temporäre Kunst-Installation „Am Telefon sagt man nix“ greift eine paradoxe Situation auf: Wir hören und lesen immer wieder, dass Großkonzerne und Regierungen persönliche Daten über uns sammeln. Doch warum berührt uns das noch so wenig?

„Am Telefon sagt man nix“ verwandelt einen ehemaligen DDR-Grenzwachturm am Potsdamer Platz in einen Ort, an dem Überwachung erlebbar wird. Wie fühlt es sich an, Menschen bei ihren privaten Gesprächen zu belauschen? Am Berliner Grenzwachturm können Besucherinnen und Besucher originale Telefongespräche anhören, die in den 1980er Jahren vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR heimlich aufgezeichnet und bis heute gespeichert wurden.

Die authentischen Tonaufnahmen dokumentieren eindrücklich, was Überwachung bedeutet: Überwachung ist nicht nur die objektive Erhebung von Informationen, denn Daten erzählen Geschichten aus unserem privaten Lebensalltag. Was bleibt ist eine Interpretation unseres Lebens, von der wir womöglich nie erfahren. Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft, wenn wir solche schützenswerten Momente breitwillig an Dritte weitergeben? Abhören findet im Verborgenen statt, heimlich, still und leise. Wie das Abhören selbst, findet auch die Aktion an einem unscheinbaren Ort statt: In einer ruhigen Sackgasse, neben Baulücke und Niemandsland, dennoch zentral und in Sichtweite zum Innenministerium, Potsdamer Platz und Martin-Gropius-Bau.

Initiatoren
Die Initiatoren sind Paul Wiedenmann, Pascal Wiedenmann und Stefanie Kinsky (www.ueb3r.de). Die Installation „Am Telefon sagt man nix“ ist Auftakt einer Reihe verschiedener Kunstaktionen.

Weitere Infos: www.ueb3r.de und unter #SagNix und #ÜB3R

Die Installation wird in Kürze der Öffentlichkeit präsentiert.

 



FOCUS 2016: Fachtagung sucht spannende Projekte

Die Museums-Fachveranstaltung FOCUS geht in die dritte Runde! Vom 6. bis 8. April 2016 treffen im Paulikloster in Brandenburg an der Havel wieder zahlreiche Akteure aus der Museums- und Ausstellungsszene aufeinander.

Im kommenden Jahr widmet sich die Veranstaltung den Themen Ausstellungstechnik und Ausstellungsinszenierung. 2016 beleuchtet FOCUS die Herausforderungen, vor denen Museen bei der Entwicklung und Umsetzung von Ausstellungsprojekten immer wieder stehen: Zum einen muss der Erhalt der Exponate gesichert sein und zum anderen ein ansprechendes Gestaltungs- und Inszenierungskonzept entwickelt werden. Von der Exponatmontage in Vitrinen, mobilen Wandsystemen oder Lichtwirkung in Räumen bis hin zu Inszenierungskonzepten und Strategien für effektives Projektmanagement beleuchtet FOCUS das Thema auf vielseitige Weise.

Zu den Themen im kommenden Jahr zählen u.a.:
• Vitrinen- und Wandsysteme
• Lichtsysteme
• Akustik
• Medien
• Modellbau
• Szenografie
• Projektmanagement

Tagung und Fachmesse

2016 haben kleine und große Museen, Institutionen und Unternehmen wieder die Möglichkeit, innovative Produkte oder Projekte sowie neue Materialien und zukunftsweisende technische Entwicklungen vorzustellen. Dazu verwandelt sich das Kirchenschiff des Pauliklosters in eine Fachmesse, die durch ein hochkarätiges Vortragsprogramm und spannende Workshops ergänzt wird.

FOCUS ist interdisziplinäres Forum und nachhaltige Kommunikations- und Fortbildungsplattform für Fachpublikum aus dem Museums- und Ausstellungsbereich. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Lehre, Entscheiderinnen und Entscheider aus Museen, junge Kolleginnen und Kollegen sowie Dienstleister aus der Museums- und Ausstellungsbranche.

Die Anmeldung für Vortragende, Aussteller und Gäste ist möglich direkt bei mir:
Stefanie Kinsky
service@focus-museum.de

8 Tipps für Museen und Instagram

Bei der Vielzahl an Social-Media-Angeboten ist es für viele Kultureinrichtungen nicht leicht, den Überblick zu behalten. Zeit und Geld sind knapp, deshalb müssen Community Manager genau überlegen, auf welchen Plattformen sie ihren Inhalte verbreiten. Um Zeit zu sparen, empfiehlt es sich deshalb, auf Material zurückzugreifen, das bereits vorhanden ist. Für gewöhnlich verfügen Museen und Kultureinrichtungen über sehr viel Bildmaterial von Objekten aus der Sammlung oder aktuellen Veranstaltungen.

Instagram gewinnt auch in Deutschland immer weiter an Beliebtheit – eine gute Gelegenheit für Kultureinrichtungen, dieses Medium auszuprobieren! Hier 8 Tipps für alle Kultureinrichtungen:

1. Die richtige Einstellung

Menschen, die Fotos im Museum machen, nehmen dem Museum nichts weg. Im Gegenteil! Sie machen kostenlos Werbung für die Institution, indem sie das Foto über ihre Kanäle teilen. Solange niemand mit Blitzlicht und Stativ im Museum steht oder die Fotos kommerziell nutzt, sollten sich Museen keine Sorgen machen und Handyfotografen mit offenen Armen empfangen. Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit schadet den Objekten nicht. Und selbst wenn Fotografieren verboten wäre – die Besucher tun es dennoch. Warum soll man ihnen dabei also ein schlechtes Gefühl geben?

2. Bildrechte klären

Auch auf Instagram gilt: Habe ich das Recht, Bildmaterial auf dieser Plattform zu veröffentlichen? Wie müssen Copyrights angegeben werden?

3. Ästhetik zählt

Nutzer von Instagram haben hohe Ansprüche an die Ästhetik eines Fotos. Schnell Schnappschüsse können gut aussehen, dennoch müssen sie einer einheitlichen Ästhetik folgen. Viele Fotos, die auf Instagram gepostet werden, kommen übrigens gar nicht aus dem  Smartphone, sondern werden von Pofi-Fotografen mit sehr guten Kameras angefertigt. Museen können so auch ihre Profi-Fotos nutzen. Einfach auf’s Handy laden und von dort aus posten.

4. Verschlagwortung

Die Bilderflut kennt bei Instagram keine Grenzen. Deshalb gilt auch hier: Schlagworte nutzen und Fotos auffindbar machen. Zum Glück ist die Anzahl der Zeichen hier nicht begrenzt wie bei Twitter. Mehr als 4-5 Hashtags sollten es jedoch nicht sein. Oft gibt es auch bestimmte Hashtags für lokale Communitys, wie z.B. #igersberlin

5. Community kennen

Wem gefallen regelmäßig Fotos, die eine Einrichtung veröffentlicht? Wer macht Fotos im Haus oder bei Veranstaltungen? Es lohnt sich immer, seine Fans und Follower im Auge zu behalten und ihnen persönlich zu danken oder sie zu einer exklusiven Veranstaltung einzuladen. Die Wertschätzung der Fotografen auf Instagram ist sehr wichtig, immerhin haben sie sich dazu entschieden eine ganz bestimmte Einrichtung abzubilden.

6. Fotos der anderen wertschätzen

Wer also weiß, welche User besonders aktiv sind, kann diese gezielt in sein Haus einladen. Instagram-Nutzer zeigen sich besonders dankbar, wenn ihr Arbeit wertgeschätzt wird. Besonders beliebt sind sogenannte „Empty Shoots“. Das sind Fotosessions, in leeren Räumen außerhalb der regulären Öffnungszeiten.  Wenn das zu aufwändig ist, tut es auch ein kleiner Fotowettbewerb zu den schönsten Fotos, die im Haus entstanden sind.

7. Interaktion messen

Das Tool >Iconosquare hilft wunderbar bei der Auswertung des Instagram-Accounts und zeigt auch die besonders treuen Fans, wann es sich lohnt zu posten oder welche Beiträge am besten ankommen. Derzeit sogar kostenlos nutzbar!

8. Schauen was die anderen Museen machen…
https://instagram.com/lacma/
https://instagram.com/ddrmuseum
https://instagram.com/coberlinphoto
https://instagram.com/tategallery
https://instagram.com/schirnkunsthalle

 

 

Fachtagung: Menschen . Machen . Museum

Focus Museum 2015

Dass sich Museen an den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher orientieren, ist mit Blick auf ihre Jahrhunderte alte Geschichte noch eine recht junge Entwicklung. Museale Objekte sind Zeugnisse der Kulturgeschichte oder Ausdruck künstlerischer Arbeit und damit das Ergebnis sozialer Interaktionen. Dennoch spielte der Gedanke der Besucherorientierung, also der Orientierung am Menschen, in der überwiegenden Zahl der Museen lange Zeit eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Das Ergebnis waren Museen voller wissenschaftlicher Schausammlungen, die lediglich für ein kleines, elitäres Fachpublikum attraktiv waren, jedoch die vielschichtige Bevölkerung nicht erreichten.

Focus Museum 2015 © Fritz Fabert

FOCUS im Paulikloster © Fritz Fabert

Erst in den vergangenen drei Jahrzehnten setzte innerhalb der Museums-Fachwelt verstärkt ein Umdenken ein: Nicht allein das Fachwissen über Objekte sollte länger im Mittelpunkt der museologischen Arbeit stehen. Ziel sollte es vielmehr sein, innerhalb des Museums einen kommunikativen Raum zu schaffen, in dem ein soziales Miteinander sowie lebenslanges und generationenü̈bergreifendes Lernen möglich ist.

Über 150 Akteure aus der Museums- und Ausstellungsszene kamen am 26. und 27. März 2015 ins Brandenburger Paulikloster, um diese Frage zu diskutieren. Anlässlich der Fachtagung „FOCUS: Menschen . Machen . Museum“ präsentierten über 30 Referentinnen und Referenten aus nationalen und internationalen Kultureinrichtungen wissenschaftliche Hintergründe sowie praktische Projekte aus ihrem Arbeitsalltag. Das Programm war sehr vielseitig: Die Beispiele reichten von mutigen Mit-Mach-Ausstellungen aus dem Schweizer Museum für Ur-Geschichte(n), über Smartphone-Apps im Berliner Tränenpalast oder Kindern, die im Archäologischen Landensmuseum Brandenburg eigene Ausstellungen kuratierten. Die Beiträge vermittelten dem interessierten Fachpublikum sehr anschaulich, mit welchen unterschiedlichen Konzepten Besucherinnen und Besucher für Museen und Ausstellungen begeistert werden können.

Die erste FOCUS-Veranstaltung fand im März 2014 statt und war ein voller Erfolg: Rund 250 namhafte nationale und internationale Ausstellungsgestalter, Medienentwickler, Designer, Szenografen und Kulturvermittler kamen zum Thema „Neue Medien in Museen und Ausstellungen“ ins Paulikloster.

Veranstaltungsort war das beeindruckende, über 700 Jahre alte Paulikloster in Brandenburg an der Havel, in dem sich das Archäologische Landesmuseum seit 2008 befindet. Die Dauerausstellung präsentiert mit etwa 10 000 ausgewählten Exponaten einen faszinierenden Überblick der über 130 000-jährigen Kulturgeschichte des Landes Brandenburg.

Danke an den Medienpartner Kulturmanagement Network für die wunderbare Zusammenfassung.

Mit dabei waren u.a.

Inklusion im Museum – Eine Einführung
Klemens Kruse, Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit, Berlin

Barrierefreiheit und Partizipation als Ziele einer lebensbegleitenden Bildungsarbeit von Museen
Prof. Tobias Nettke, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Berlin

ARTEMIS-Projekt: Kunstbegegnungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Städel Museum Frankfurt
Arthur Schall, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Vergangenes aus dem Koffer – das Museum kommt ins Altenheim
Effi Grimmer, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, Villa Merkel, Esslingen am Neckar

Freunde MACHEN. ARBEIT. MÖGLICH – Was Freundeskreise leisten am Beispiel der Freunde der Kunsthalle e. V. in Hamburg           Dr. Kathrin Erggelet, Freunde der Kunsthalle e. V. in Hamburg

Haftungsrisiken und Versicherungsschutz in Verein und Ehrenamt
Wolfgang Pfeffer, Nonprofit-Consulting, Vereinsknowhow, Drefahl

Apps im Haus der Geschichte
Dr. Ruth Rosenberger, Haus der Geschichte, Bonn

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon. Kulturgut digital nutzbar machen
Anja Müller, digiS – Servicestelle Digitalisierung Berlin, Berlin
Helene Hahn, Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Berlin

Veranstalter der Fachtagung ist das Archäologische Landesmuseum Brandenburg, das sich seit 2008 im beeindruckenden, über 700 Jahre alten Paulikloster in Brandenburg an der Havel befindet. Die Dauerausstellung des Museums präsentiert mit etwa 10.000 ausgewählten Exponaten einen faszinierenden Überblick der über 130.000-jährigen Kulturgeschichte des Landes Brandenburg.

Zusätzlich zur Fachtagung wird das historische Kirchenschiff des Pauliklosters zu einer ca. 1000 qm großen Ausstellungsfläche umfunktioniert. Hier haben Dienstleister und Beratungsinstitutionen die Möglichkeit, alle Teilnehmenden über neuste technische Entwicklungen und Angebote passend zum Thema zu informieren.

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FOCUS: Menschen . Machen . Museum
26. und 27.März 2015
im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg
Paulikloster, Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg an der Havel

Empfehlung: Ausstellung Dialog mit der Zeit

Dialog mit der Zeit Ausstellung

Das Berlin Museum für Kommunikation zeigt noch bis 23. April 2015 eine sehr sehenswerte, partizipative Ausstellung, die dem dem Altern auf den Zahn fühlt. Das Besondere: Die Ausstellung kann nur mit einer Führung besucht werden –  und das Mindestalter der Guides beträgt 70 Jahre!

Obwohl die Ausstellung nur zwei Räume umfasst, kann man sich locker 90 Minuten darin aufhalten. Denn das Konzept zieht auf den Dialog innerhalb der Gruppe ab und auf das spielerische Entdecken von Situationen mit einem Lebensalter jenseits der 50 Jahre. Vielleicht ist der Begriff „Erlebnisraum“ passender als „Ausstellung“, den es geht hier nicht um originale Objekte in der Vitrine, sondern die Interaktion zwischen Menschen – zwischen den Guides und den Besucherinnen und Besuchern. Meine Gruppe ist bunt gemischt von 14 bis 75 Jahre, was den Austausch untereinander besonders spannend macht. Da fällt mir erst recht auf, wie selten solche generationsübergreifenden Treffen geworden sind!

Dialog mit der Zeit AusstellungBesonders schön sind die Stationen, an denen man am eigenen Leib spüren kann, wie sich der Körper und die Sinne verändern. Wie z.B. steckt man mit einem Tremor einen Schlüssel ins Schlüsselloch der Haustür? Eine Rüttelmaschine, die die Hand zum Zittern bringt zeigt eindrücklich, wie schwierig plötzlich alltägliche Aufgaben werden können.

Doch in der Ausstellung geht es nicht darum, die negative Aspekte des Alterns hervorzukehren und die Angst innerhalb der jungen Generation zu schüren. Die Ausstellung zielt eher darauf ab, zu zeigen, wie vielseitig das Leben als Rentner sein kann und welche Aufgaben noch auf uns warten.

Ich verlasse die Ausstellung mit genau diesem Gefühl, einem positiven, freudigen Eindruck. Ich bin beruhigt. Die 90 Minuten waren sehr informativ und vor allem menschlich.

Weiter Infos: http://www.mfk-berlin.de

Museum Connections in Paris

Museum Connections Paris 2015

Zwei Tage Museums-Innovationen und spannende Akteure: Anlässlich der 20. Ausgabe der Pariser Museumsmesse „Museum Expressions“ findet die Konferenz „Museum Connections“ statt.

Audience Development, Branding, Crowdfunding oder Digitale Strategien: Die Konferenz deckt viele spannende Themen der Museumsarbeit ab und bringt Vertreterinnen und Vertreter aus angesehenen Kultureinrichtungen zusammen. Mit dabei u.a. Tate, Metropolitan Museum of Modern Art, Musee d‘ Orsay, Louvre und …. C/O Berlin. Mit mir auf dem Podium am 22.01. zum Thema Crowdfunding. Ich freue mich auf einen inspirierenden Erfahrungsaustausch!

Nachtrag: Hier gibt’s einen kurzen Trailer zu Museum Connections 2015!

Queue-Management mit Facebook: Besuchermanagement 2.0

Schlangenmanagement mit Facebook
Besucher-Management bei C/O Berlin

Lange Wartezeiten beim Grand Opening von C/O Berlin

Im Museumsbereich ist der Ausdruck „Queue-Management“ immer noch recht unbekannt. Hinter dem halb-deutschen Begriff  „Schlangen-Management“ versteckt sich keineswegs die Fähigkeit mit Kriechtieren umzugehen, sondern die ganz einfache Frage: Wie gehen wir mit einem großen Besucherandrang und wartenden Menschen um? Ich selbst kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich fünf Stunden vor dem Grand Palais in Paris für eine Edward Hopper Ausstellung anstand. Das Museum hatte uns Besucher gut vorbereitet und am Ende der Schlange ein Schild positioniert, das eben genau auf diese lange Wartezeit hinwies. Dennoch – solange kann niemand geduldig vor einem Museum untätig rumstehen. Es kam eine miese, fast revolutionäre Stimmung auf. Die Menge rief Parolen in Richtung Eingang und schrie, dass Toiletten fehlten und es unwürdig sei, solange ohne Essen und Trinken anzustehen. Die Dynamik von wartenden Menschen ist beeindruckend.  Doch dürfen die Besucher überhaupt so weit gehen, sich zu beschweren? Haben sie sich nicht aus feien Stücken dazu entschieden – trotz Vorwarnung – so lange anzustehen?

Ich denke, das Museen, die durch Blockbuster-Ausstellungen einen derartigen Hype produzieren auch in der Pflicht sind, ihre wartenden Besucher angemessen vorzubereiten. Es gibt ganz einfache psychologische Tricks, die die Wartezeit gefühlt deutlich verkürzen können:

Am wichtigsten: Informieren! Wenn eine Zug minutenlang mitten auf der Strecke stehen bleibt, werden die Fahrgäste schnell nervös. Sagt aber ein Schaffner durch einen Lautsprecher, es handle sich um eine technische Störung, die in wenigen Minuten behoben sei, sind gleich alle entspannter – auch wenn diese Information unglaublich umkonkret bleibt. Informationstafeln am Ende der Schlange, die darauf hinweisen, wie lange die Wartezeit ist, sind somit schon mal die erste „Muss-Leistung“.

Weitere Punkte:

– klare Ansagen, welche Taschen mit ins Haus genommen werden dürfen bzw. wo diese abzugeben sind

– die Menschenmasse so absichern, dass sich niemand einfach so vordrängeln kann

– Mitarbeiter des Museums bereit stellen, die als Ansprechpartner zur Seite stehen und Fragen beantworten – der persönliche Kontakt macht enorm viel aus

– und wenn es länger dauert: Für Unterhaltung sorgen: Ein Straßenkünstler oder jemand, der Snacks und Getränke anbietet, sind wahre Stimmungsaufheller

Als C/O Berlin am 30. Oktober 2014 die neuen Ausstellungsräume im Amerika Haus eröffnete, sagten auf Facebook über 8.500 Menschen, dass sie daran teilnehmen wollten. Das war ein mehr als eindeutiger Indikator dafür, dass es sehr voll werden würde. Um 16 Uhr öffnete das Haus die Türen – innerhalb kurzer Zeit war das Haus voll und es gab einen Einlassstop. Es bildete sich schnell eine Schlange von mehreren Hundert Metern – lange Wartezeiten waren vorprogrammiert.

Oben genannte Vorschläge waren im Vorfeld nicht bedacht worden – da die Stimmung in der Schlange aber zu kippen drohte, blieb nur die Möglichkeit, über die Facebook-Gruppe zu kommunizieren. Als Instrument hat sich das aus meiner Sicht sehr bewährt. Allein das Gefühl, von den Veranstaltern „abgeholt“ zu werden, hat die Stimmung verbessert. Es hat gereicht zu sagen, wie lange die derzeitige Wartezeit ist und dass große Taschen nicht mit ins Haus genommen werden dürfen. Die Kraft dieser Veranstaltungs-Gruppen auf Facebook sollte also nicht unterschätz werden, da ein Großteil des Facebook-affinen Publikums gerade in der Warteschlange zum Smartphone greifen und nach Infos suchen wird. Live-Kommunikation ist der große Vorteil von Social Media und muss unbedingt voll ausgeschöpft werden. Voraussetzung ist dann natürlich auch, dass für den oder die Social-Media-Manager eine schnelle und „unbürokratische“ Kommunikation mit der Masse möglich ist.