Focus Museum 2015

Fachtagung: Menschen . Machen . Museum

10. April 2015 - Allgemein

Dass sich Museen an den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher orientieren, ist mit Blick auf ihre Jahrhunderte alte Geschichte noch eine recht junge Entwicklung. Museale Objekte sind Zeugnisse der Kulturgeschichte oder Ausdruck künstlerischer Arbeit und damit das Ergebnis sozialer Interaktionen. Dennoch spielte der Gedanke der Besucherorientierung, also der Orientierung am Menschen, in der überwiegenden Zahl der Museen lange Zeit eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Das Ergebnis waren Museen voller wissenschaftlicher Schausammlungen, die lediglich für ein kleines, elitäres Fachpublikum attraktiv waren, jedoch die vielschichtige Bevölkerung nicht erreichten.

Focus Museum 2015 © Fritz Fabert

FOCUS im Paulikloster © Fritz Fabert

Erst in den vergangenen drei Jahrzehnten setzte innerhalb der Museums-Fachwelt verstärkt ein Umdenken ein: Nicht allein das Fachwissen über Objekte sollte länger im Mittelpunkt der museologischen Arbeit stehen. Ziel sollte es vielmehr sein, innerhalb des Museums einen kommunikativen Raum zu schaffen, in dem ein soziales Miteinander sowie lebenslanges und generationenü̈bergreifendes Lernen möglich ist.

Über 150 Akteure aus der Museums- und Ausstellungsszene kamen am 26. und 27. März 2015 ins Brandenburger Paulikloster, um diese Frage zu diskutieren. Anlässlich der Fachtagung „FOCUS: Menschen . Machen . Museum“ präsentierten über 30 Referentinnen und Referenten aus nationalen und internationalen Kultureinrichtungen wissenschaftliche Hintergründe sowie praktische Projekte aus ihrem Arbeitsalltag. Das Programm war sehr vielseitig: Die Beispiele reichten von mutigen Mit-Mach-Ausstellungen aus dem Schweizer Museum für Ur-Geschichte(n), über Smartphone-Apps im Berliner Tränenpalast oder Kindern, die im Archäologischen Landensmuseum Brandenburg eigene Ausstellungen kuratierten. Die Beiträge vermittelten dem interessierten Fachpublikum sehr anschaulich, mit welchen unterschiedlichen Konzepten Besucherinnen und Besucher für Museen und Ausstellungen begeistert werden können.

Die erste FOCUS-Veranstaltung fand im März 2014 statt und war ein voller Erfolg: Rund 250 namhafte nationale und internationale Ausstellungsgestalter, Medienentwickler, Designer, Szenografen und Kulturvermittler kamen zum Thema „Neue Medien in Museen und Ausstellungen“ ins Paulikloster.

Veranstaltungsort war das beeindruckende, über 700 Jahre alte Paulikloster in Brandenburg an der Havel, in dem sich das Archäologische Landesmuseum seit 2008 befindet. Die Dauerausstellung präsentiert mit etwa 10 000 ausgewählten Exponaten einen faszinierenden Überblick der über 130 000-jährigen Kulturgeschichte des Landes Brandenburg.

Danke an den Medienpartner Kulturmanagement Network für die wunderbare Zusammenfassung.

Mit dabei waren u.a.

Inklusion im Museum – Eine Einführung
Klemens Kruse, Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit, Berlin

Barrierefreiheit und Partizipation als Ziele einer lebensbegleitenden Bildungsarbeit von Museen
Prof. Tobias Nettke, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Berlin

ARTEMIS-Projekt: Kunstbegegnungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Städel Museum Frankfurt
Arthur Schall, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Vergangenes aus dem Koffer – das Museum kommt ins Altenheim
Effi Grimmer, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, Villa Merkel, Esslingen am Neckar

Freunde MACHEN. ARBEIT. MÖGLICH – Was Freundeskreise leisten am Beispiel der Freunde der Kunsthalle e. V. in Hamburg           Dr. Kathrin Erggelet, Freunde der Kunsthalle e. V. in Hamburg

Haftungsrisiken und Versicherungsschutz in Verein und Ehrenamt
Wolfgang Pfeffer, Nonprofit-Consulting, Vereinsknowhow, Drefahl

Apps im Haus der Geschichte
Dr. Ruth Rosenberger, Haus der Geschichte, Bonn

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon. Kulturgut digital nutzbar machen
Anja Müller, digiS – Servicestelle Digitalisierung Berlin, Berlin
Helene Hahn, Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Berlin

Veranstalter der Fachtagung ist das Archäologische Landesmuseum Brandenburg, das sich seit 2008 im beeindruckenden, über 700 Jahre alten Paulikloster in Brandenburg an der Havel befindet. Die Dauerausstellung des Museums präsentiert mit etwa 10.000 ausgewählten Exponaten einen faszinierenden Überblick der über 130.000-jährigen Kulturgeschichte des Landes Brandenburg.

Zusätzlich zur Fachtagung wird das historische Kirchenschiff des Pauliklosters zu einer ca. 1000 qm großen Ausstellungsfläche umfunktioniert. Hier haben Dienstleister und Beratungsinstitutionen die Möglichkeit, alle Teilnehmenden über neuste technische Entwicklungen und Angebote passend zum Thema zu informieren.

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FOCUS: Menschen . Machen . Museum
26. und 27.März 2015
im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg
Paulikloster, Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg an der Havel

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