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Essl Museum Facebook

Like it: Partizipation im Museum

Essl Museum Facebook

Das Museum der Zukunft ist partizipativ – so zumindest wird es in zeitgenössichen Werken der Museumstheorie propagiert. Museen der Zukunft ermöglichen es ihren Besucherinnen und Besuchern selbst in den kreativ-künstlerischen Prozess einzugreifen. Die starren Rollen zwischen Kurator und Rezipient lockern sich. Besucher sind Kuratoren – Kuratoren sind Besucher. Doch wie sähe Partizipation in der Praxis aus? Und welche Rolle spielt dabei das Social Web, das ja per se partizipatorisch ist?

Das österreichische Museum Essl startet einen Versuch: Via Facebook dürfen Fans aus dem Sammlunsgbestand Kunstwerke aussuchen, die dann in einer Ausstellung präsentiert werden. Zusätzlich können sich Laien bewerben und gemeinsam mit den Museumskuratoren die bei Facebook ausgewählten Werke in einen inhaltlichen Zusammenhang bringen und für die Ausstellung zusammenstellen.

Der Abstimmungsprozess bei Facebook ist beendet – ein guter Zeitpunkt eine erste Resonanz zu ziehen.
Das Werk mit den meisten Stimmen hat 218 Likes erhalten, viele andere bewegen sich jedoch zwischen 10 und 20 Stimmen. Auch die Kommentarfunktion wurde nur wenig genutzt. Der Dialog zwischen den Nutzern, so wie vom Museum erhofft, ist nicht entstanden. Was sagt uns das? Das bestätigt das generelle Nutzerverhalten im Netz: Nur eine geringe Prozentzahl ist aktiv, die meisten lesen nur, ohne selbst einzugreifen. Vielleicht ist Facebook nicht der Ort, an dem sich Menschen austauschen wollen. Vielleicht findet Partizipation lieber vor Ort statt. Vielleicht bedeutet Partizipation auch vielmehr eine emotionale Teilhabe anstatt eine organisatorische?